Frau Federle,  welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Das ich mich als Notärztin entschieden habe in die Politik zu gehen hat einen einfach Grund: Bei meiner Arbeit komme ich in viele Haushalte und erlebe viele Probleme hautnah. Wenn ich im Einsatz bin kann ich im Einzelfall helfen. Aber in der Politik habe ich die Möglichkeit auf einer anderen Ebene etwas zu bewegen. Mein Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Besonders am Herzen liegen mir dabei Kinder und ältere Menschen. Sie brauchen unsere besondere Fürsorge. Gute Bildung darf uns nicht zu teuer sein. Die Generationen, die vor uns die Grundlagen unseres relativen Wohlstandes, oft unter Entbehrungen geschaffen haben, dürfen wir nicht allein lassen. Wir müssen aufpassen, dass der ländliche Raum bei uns auch in Zukunft attraktiv bleibt. Um aber in all diesen Bereichen etwas tun zu können brauchen wir eine intakte Wirtschaftsstruktur. Daher gilt hier mein besonderes Augenmerk unserem Mittelstand den ich unterstützen möchte.

Studenten-Proteste, schlecht finanzierte Kleinkindbetreuung und die Diskussion um das achtjährige Gymnasium: Wo liegen Ihre Schwerpunkte beim Thema Bildungspolitik?

Grundsätzlich stehe ich hinter dem Abitur nach 12 Jahren. Dies brauchen wir um unseren Schülern einen guten Start in das Berufsleben zu ermöglichen. Allerdings sehe ich, auch als Mutter eines Sohnes der grade G8 absolviert, dass es hier noch Nachbesserungsbedarf gibt. So müssen wir den Stoff noch besser auf die 12 Jahre verteilen.

Mit der Uni Tübingen haben wir eine hervorragende Universität in unserem Kreis. Allerdings ist die Uni durch Ihre Struktur mit sehr vielen Gebäuden, die in der ganzen Stadt verteilt sind, gegenüber Campusunis, wie etwa in Konstanz, benachteiligt. Wenn die Landeszuschüsse 2014 neu verhandelt werden müssen Leistungskriterien wie etwa die Anzahl der Studierenden stärker berücksichtigt werden. Außerdem unterstütze ich die Umsetzung des Campus-Konzepts damit wir auch in Zukunft weiter vorne mitspielen.

Wie wollen Sie sich für Ihren Wahlkreis beim Thema Verkehrsinfrastruktur, beispielsweise der Ausbau der B27, einsetzen?

Eine funktionierende Infrastruktur mit guten Verkehrswegen sind wichtig für unseren Kreis. Dazu gehört bei uns konkret, dass die B27 durchgängig vierspurig bis Balingen ausgebaut wird. Hierfür ist es wichtig, dass der Schindhau-Basis-Tunnel bald kommt.Als andere wichtige Verkehrsachse ist die B28. Hier setzt ich mich auch für eine Abschnittsweisen weiterbau ein. Für die Entlastung der Anwohner in den betroffenen Gemeinden ist dies absolut unerlässlich. Aber auch für die ganze Erschließung unserer ganzen Region ist dies überlebensnotwendig.

Als anderes großes Thema dem ich mich widmen möchte ist die Elektrifizierung der Ammertalbahn, der HZL und der Ermstalbahn.    

Wie gehen Sie mit den politischen Auswirkungen um den Protest zu Stuttgart 21 um?

Als Joachim Gauck im Zusammenhang mit Stuttgart21 sagte: „Wenn man große historische Konflikte erlebt und durchlebt hat, dann blickt man auf die aktuellen Konflikte, bei denen es um Brücken oder einen Bahnhof geht, mit einer gewissen Ratlosigkeit. Uns muss es wirklich gut gehen!“ fand ich das sehr passend. Wenn man die Proteste betrachtet richten sich diese vor allem gegen einen bestimmten Politikstil. Mir ist es wichtig, eine Politik zu machen, die im offenen Dialog mit den Bürgern stattfindet, die eine klare Haltung zeigt, und verlässlich ist. Das ist mir wichtig, grade in einer Zeit in der sich vieles sehr schnell ändert. Als Ärztin bekommt ja auch niemand von mir ohne Vorwarnung eine Spritze verpasst. Vorher rede ich mit den Menschen, analysiere die Situation und treffe dann eine Entscheidung. So möchte ich auch Politik machen: Nicht ideologisch, sondern sachorientiert und im ständigen Dialog mit den Menschen.

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