Als die Landtagskandidatin Lisa Federle in Wurmlingen die rund 500 Besucher begrüßt nennt sie das nur wenige Kilometer entfernte Tübingen ein „grünem Nest“. Hier müsse die CDU spürbar an Boden gewinnen, denn: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass nur eine CDU geführte Regierung die Spitzenstellung unseres Landes in der Bildung , in der sozialen Sicherheit, in der Wirtschaft  und – wenn es die Grünen auch nicht gerne hören – in der Ökologie, halten und ausbauen kann“, betont Federle. Das gibt Applaus für die CDU-Politierin, die sich zum ersten mal um ein Landtagsmandat bewirbt.

Schon länger im politischen Geschäft ist der Spitzenkandidat Stefan Mappus. Die Spitzenstellung des Landes liegt für ihn auf der Hand: „Ökonomisch sind wir die Nummer eins, dann kommt das CSU-regierte Bayern“, so Mappus. Die Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg sei mit rund 2,7 Prozent nicht nur die niedrigste in Deutschland, sondern auch die niedrigste in  Europa.

Und natürlich kommt auch das Thema Stuttgart 21 zur Sprache. Und das nicht, weil rund 20 Demonstranten vor der Halle auf den Ministerpräsidenten gewartet hatten. Dabei geht es um Mappus um grundsätzliches: In Baden-Württemberg seien die Menschen immer offen für Innovationen gewesen, auch wenn diese sie nicht immer begeistert hätten. Als vor 125 Jahren das Automobil in Baden-Württemberg sei dies umstritten gewesen. Der Deutsche Kaiser hatte damals de dem Auto keine lange Lebensdauer vorausgesagt. Ein Schweizer Kanton habe das Auto sogar noch 20 Jahre verboten, natürlich per Volksentscheid. Die Zuhörer klatschen begeistert.

Und auch beim Thema Länderfinanzausgleich kann der Ministerpräsident punkten. Als untragbar bezeichnete er den Zustand, dass es Bundesländer gebe, die sich mit Hilfe des Finanzausgleichs Dinge leisten, die in Baden -Württemberg unbezahlbar seien, wie etwa kostenlose Kindergärten.

„Entscheidend für die Zukunft sind insbesondere zwei Bereiche: die Bildung und die Infrastruktur“, betont Mappus.  Die Gesamtschule lehnt er ab, und bei der Infrastruktur ist er nicht nur beim Bahnprojekt, sondern auch beim „grünen Nest“: „Im Gemeinderat keine Mehrheit kriegen, aber in Stuttgart das große Rad drehen“, spielt er auf Tübingen Oberbürgermeister Palmer an.

Am Ende spielt die Kapelle, die Zuhörer klatschen, viele stehen und sind begeistert. Kandidatin Lisa Federle überreicht Mappus einen „Gesundheitskorb“, wie sie es nennt, darin nicht nur ein Blutdruckmessgerät, sondern auch ein Aspirin und Desinfektionsspray gegen „Baziellen der Gegner.“

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